Muchtar Thaqafi
Muchtar ibn Abu Ubaida al-Thaqafi

Aussprache: al muchtaar ibn abiy ubayda ath-thaqafiy
arabisch: المختار ابن أبي عبيد الثقفي
persisch:
englisch: Mukhtar ibn Thakafi

1 - 14.9.67 n.d.H.
622 - 6.4.687 n.Chr.

Bild: Plakat zum Film Muchtarname

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Al-Muchtar ibn Abu Ubaida al-Thaqafi war einer der Anführer von Aufständen, um Imam Husain (a.) zu rächen und gehörte zu denjenigen, die Muslim ibn Aqil in Kufa beherbert haben.

Al-Muchtars Beiname war Abu Ishaq. Er wurde auch Kaysan genannt, was klug und einschneidend bedeutet. Der Name entstammt Kayyis, wie ihn Imam Ali (a.) genant haben soll, als al-Muchtar noch ein Kind war.

Al-Muchtar stammt ursprünglich aus Taif, dem Thaqif-Stamm. Sein Urgroßvater Masud al-Thaqafi war einer der angesehenen Stammesoberhäuter des Hidschaz und erhielt den Beinamen "Azim al-Qaryatayn" (Der Große der beiden Stämme).

Al-Muchtars Vater war Abu Ubaid ibn Masud al-Thaqafi. Seine Mutter war Dawma bint Amr. Sein Onkel, Saad ibn Masud al-Thaqafi wurde von Imam Ali (a.) zum Gouverneur von Mada'in ernannt.

Al-Muchtar ist 1 n.d.H. (622 n.Chr.) in Taif geboren. Vor der Geburt hatte seine Mutter Dawma bint Amr einen Traum über ihn gesehen.

Al-Muchtar nahm als 13-jähriger an der Schlacht an der Brücke (Schlacht von al-Dschisr) teil, wo er seinen Vater und seine Brüder verlor. Unabhängig von seinem jungen Alter bestand er darauf, auf das Schlachtfeld zu gehen, wurde aber von seinem Onkel Saad ibn Masud zurückgehalten.

Nachdem Saad ibn Masud al-Thaqafi von Imam Ali (a.) zum Gouverneur von Mada'in ernannt worden war, er dieser al-Muchtar zu seinem Stellvertreter im Kampf gegen die Chawaridsch.

Ibn Taqtaqi berichtet, dass Al-Muchtar ein edler und fleißiger Mann war. Da der Thaqif-Stamm für seinen Mut bekannt war und al-Muchtars Vater und Onkel zu den großen Militärführern des frühen Islams gehörten, wurde Al-Muchtar auf dieselbe Weise aufgezogen. Seine Liebe zu den Ahl-ul-Bait (a.) drückte sich unter anderem in seiner Feindschaft gegenüber deren Feinden aus. Minhal ibn Amr al-Kufi berichtet: "Ich habe Al-Muchtar an dem Tag, an dem Harmala getötet wurde, in mein Haus eingeladen, aber man hat mir gesagt, dass Al-Muchtar dankbar fastet."

Al-Dhahabi berichtet, dass Al-Muchtar während der Herrschaft von Muawiya nach Basra ging und seine Anhänger und Angehörigen zu Imam Husain (a.) einlud. Er wurde von Ibn Ziyad, der zu jener Zeit Gouverneur von Basra war, gefangen genommen und mit 100 Peitschenhieben bestraft. Anschließend wurde er nach Taif verbannt.

Aus den vorliegenden Quellen wird deutlich, dass al-Muchtar beim Ereignis von Aschura abwesend war. Er arbeitete zuvor mit dem Vertreter Imam Husains (a.) in Kufa und versuchte die Bürger gegen die Umayyaden zu mobilisieren. Er unterstützte Muslim ibn Aqil und lud ihn zu seinem Haus ein. Ibn Ziyad fand heraus, wo sich Muslim ibn Aqil aufhielt, so dass dieser in das Haus von Hani ibn Urwa in Sicherheit gebracht wurde.

Am Tag, als Muslim ibn Aqil ermordet wurde, befand sich Muchtar außerhalb der Stadt. Er versuchte in der Ortschaft Chatafniyya Unterstützung für Imam Husain (a.) zu mobilisieren. Als er nach Kufa zurückkam, war auch Hani ibn Urwa ermordet worden. Bei seiner Rückkehr wurde al-Muchtar sofort verhaftet. Eigentlich wollte Ibn Ziyad auch ihn töten lassen, aber nur auf Vermittlung von Amr ibn Hurayths Vermittlung blib ihm die Todesstrafe erspart. Er wurde weggesperrt und blieb bis zum Ende der Ereignisse von Aschura inhaftiert.

Muchtar wurde freigelassen unter der Bedingung, dass er Kufa unverzüglich verlässt. Und falls er jemals zurückkehren werden, werde er getötet. Al-Muchtar schloss sich Abdullah ibn Zubair in dessen Opposition gegen die Umayyaden an. Als Mekka auf Befehl von Yazid ibn Muawiya durch die Umayyaden angegriffen wurde, kämpfte al-Muchtar an der Seite von Abdullah ibn Zubair. Nach dem Tod von Yazid (683 n.Chr.) ließ sich Abdullah ibn Zubair in Mekka selbst zum Kalifen ausrufen (684 n.Chr.). Daraufhin trennte sich Al-Muchtar von ihm und reiste wieder nach Kufa, um die Basis für einen Aufstand gegen die die Umayyaden zu schaffen.

Sechs Monate waren seit dem Tod von Yazid vergangen, als al-Muchtar Kufa mitten im Monat Ramadan erreichte. Abdullah ibn Zubair schickte Abdullah ibn Muti als seinen Gouverneur nach Kufa mit dem Auftrag al-Muchtar zu bezwingen und die Macht in Kufa an sich zu reißen. Es misslang. Al-Muhtar konnte sich behaupten.

Zu jener Zeit begannen die Aufstände der Büßer [tauwabin]. Al Muchtar lehnte es ab, sich der Bewegung anzuschließen. Er hielt die Aufstände für nutzlos und den Anführer Sulaiman ibn Surad für ungeeignet. Diese Einschätzung al-Muchtars führte dazu, dass Sulaiman ibn Surad weitere Anhänger verlor. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass al-Muchtar selbst im Gefängnis war, als die Auftände der Büßer [tauwabin] begannen.

Als die Büßer [tauwabin] besiegt worden waren, sandte al-Muchtar einen Brief an die Familie der Toten, um ihnen sein Mitgefühl auszudrücken. Die entkommenen und überlebten Anführer der Büßer [tauwabin] haben daraufhin beschlossen, al-Muchtar aus dem Gefängnis zu befreien, aber Al-Muchtar warnte sie davor, dies zu tun, da er bald ohnehin befreit werden würde. Seine Freilassung erfolgte nach Verhandlungen mit Abdullah ibn Zubair.

Am 14. Rabi-ul-Awwal 66 n.d.H. (22.10.685) initiierte al-Muchtar einen Aufstand. Die Schiiten von Kufa unterstützten ihn. Al-Muchtar wird dabei folgende Aussage zugesprochen: "Bei Gott, wenn ich zwei Drittel der Quraisch töten würde, hätte ich nicht einmal einen Finger von Imam al-Husain erlangt."

Während seines Aufstands gelang es al-Muchtar, Schimr ibn Dhul Dschawshan, Umar ibn Saad, Ibn Ziyad und einige andere zu töten, die bei dem Massaker von Aschura bedeutende Rolle auf Seiten der Umayyaden gespielt haben. Muchtars Feldherr war Ibrahim ibn Malik Aschtar.

Nach achtzehn Monaten des Aufstandes wurde al-Muchtar am 14. Ramadan 67 n.d.H. (6. April 687) getötet. Sein Widersacher war Musab ibn Zubair. Nach dem Tod al-Muchtars ergaben sich 6000 seiner Anhänger der Armee Musabs. Musab ordnete die Ermordung aller an. Der Befehl war so grausam, dass Abdullah ibn Umar ihm sagte: "Selbst wenn es 6000 Schafe waren, die deinem Vater gehörten, hättest du das nicht tun dürfen." Auch Muchtars Ehefrau Umra bint Numan ibn Baschir wurde geköpft, weil sie sich geweigert hatte, den Ideen ihres Ehemannes abzuschwören.

Der amtierende Imam zur Zeit von Muchtar war Imam Zain-ul-Abidin (a.). Es gibt widersprüchliche Berichte zur Beziehung al-Muchtars zu Imam Zain-ul-Abidin (a.). Eine direkte Kommunikation war zwischen ihnen nicht möglich wegen der Zensur der Umayyaden. Daher verlieft der Kontakt über Muhammad ibn Hanafiyya. Angeblich soll al-Muchtar eine Sklavin gekauft und Imam Zain-ul-Abidin (a.) geschenkt haben. Dieser hat sie befreit und zur Ehefrau genommen. Aus der Ehe soll Zaid ibn Ali geboren worden sein.

Die meisten schiitischen Gelehrten glauben, dass Al-Muchtar zu loben sei. Dennoch sind einige bedeutende Gelehrte wie Allamah Madschlisi skeptisch geblieben.

Al-Muchtar hatte vier Ehefrauen.

bulletUmm Thabit, Tochter von Samra ibn Dschundab. Sie hatten zwei Kinder, die Muhammad und Ishaq heißen.
bullet Umra bint Numan ibn Baschir
bulletUmm Zayd al-Sughra, Tochter von Sa'id ibn Zayd ibn Amr.
bulletUmm al-Walid, Tochter von Umayr ibn Ribah. Sie war die Mutter von Al-Muchtars Tochter Umm Salama.

Al-Muchtars Name wird auch im Zusammenhang mit der Rechtfertigung des Brauchs des Tschahar-Schanbe-Suri genannt.

Ein sehr umfangreicher Film über sein Leben wurde 2010 unter dem Titel Muchtarname in der Islamische Republik Iran veröffentlicht. Zu Muchtars Unterstützern gehörte Kiyan.

Al-Muchtars Name wird auch im Zusammenhang mit der Rechtfertigung des Brauchs des Tschahar-Schanbe-Suri genannt.

Ein sehr umfangreicher Film über sein Leben wurde 2009 unter dem Titel Muchtarname in der Islamische Republik Iran veröffentlicht. Zu Muchtars Unterstützern gehörte Kiyan.

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