Schimr
Schimr ibn Dhul Dschawshan

Aussprache: schimr im zhil dschauschan
arabisch:
شمر بن ذي الجوشن
persisch:
شمر بن ذی‌الجوشن
englisch: Shimr bin
Dhil-Jawshan

??? - 66 n.d.H
??? - 685 n.Chr.

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Schimr ibn Dhul Dschawshan war einer der Kommandeure der Chawaridsch, die gegen Imam Ali (a.) Krieg geführt hatten und auch Imam Hasan (a.) bekämpft bzw. im Stich gelassen hatten. Bekannt wurde er in der islamischen Geschichte allerdings erst dadurch, dass er sich von Yazid ibn Muawiya anwerben ließ und zum Mörder an Imam Husain (a.) am Tage Aschura wurde.

Abu Sabigha Schimr geb.ibn Dhil-Dschaushan war einer der Oberhäupter des Stammes Hawazin aus dem Clan der Banu Amir ibn Sasaa und gehörte der Familie von Dibab ibn Kilab an. Deshalb wird er in manchen Quellen auch Amiri, Dibabi oder Kilabi genannt. Der Name seines Vaters war Schurahbil ibn Awar ibn Amr. Es wurden verschiedene Erklärungen dafür gegeben, warum er Dhul-Dschauschan (Eigner der Rüstung) genannt wurde. Dazu gehört die Legende, dass er der erste arabische Mann gewesen sei, der eine Rüstung anlegte, die ihm vom König des Iran gegeben wurde.

Zuerst akzeptierte Schimr den Aufruf des Prophet Muhammad (s.) zum Islam nicht, aber nach der Befreiung Mekkas, gab er vor Muslim geworden zu sein. In der Schlacht von Siffin kämpfte er sogar an der Seite von Imam Ali (a.), gehörte aber dann zu jenen, die ihm den Waffenstillstand und die Verhandlungen aufzwangen. Als das Ende der Verhandlungen seinen Vorstellungen nicht entsprach, wandte er sich gegen Imam Ali (a.) und wurde Anführer der Chawaridsch.

Als Hudschr ibn Adi Kindi, einer der Gefährten des Propheten Muhammad (s.) und Imam Alis (a.), verhaftet wurde, war Schimr einer derjenigen, die ihn verraten haben und mit der Falschaussage, er sei abtrünnig, sein Todesurteil bewirkt haben.

Schimr war es, der die Leute von Kufa davor warnte, Kontakt zu Muslim ibn Aqil aufzunehmen. Schimr war es, der Umar ibn Saad nach Umar ibn Saads letzter Verhandlung dazu aufstachelte, Imam Husain (a.) nicht von Kerbela ziehen zu lassen, bevor er nicht den Treueid geschworen hatte. Da Schimr aus demselben Stamm stammte wie Fatima Kalabiyya, die Mutter von Abbas ibn Ali, kam Schimr am am Abend von Tasua in die Nähe des Lagers von Imam Husain (a.) und versprach seinen Verwandten sicheres Geleit, falls sie Imam Husain (a.) verlassen. Die Angesprochenen weigerten sich Imam Husain (a.) zu verlassen und blieben bei ihm.

Schimr war es auch, der sich von hinten an Imam Husain (a.) heranschlich und ihm während dessen Ritualgebet den Todesstoß versetzte. Als Imam Husain (a.) ihn bemerkte, wies er ihn darauf hin, dass er sich diese große Sünde nicht aufladen solle, denn schließlich sei er (Imam Husain (a.)) ohnehin am verbluten. Dieses letzte "tu das nicht" diente dazu, den letzten Rest der noch nicht verdunkelten Seele [nafs] eines Trägers von Geist Gottes [ruhullah] zu schützen. Selbst beim Sterben dachte Imam Husain (a.) nur daran, eine andere Seele [nafs] zu schützen und zu retten. Schimr ließ sich nicht retten und lud die schwere Sünde auf sich und wird seither als Mörder Imam Husains (a.) verflucht. Schimr veranlasste das Verbrennen der Zelte der Überelbenden.

Unterwegs nach Damaskus soll er zudem den Mönch, der das Haupt Imam Husains (a.) gewaschen hatte, ermordet haben.

Später wollte er nach manchen Überlieferungen im Palast des Yazid ibn Muawiya auch Imam Zain-ul-Abidien (a.) ermorden, scheiterte aber, da sich Zainab vor ihren Neffen stürzte und Schimr nicht vor der Öffentlichkeit als Mörder unbewaffneter Frauen dastehen wollte, was bei damaligen Arabern als Schande galt.

Er selbst wurde bei einem Aufstand von Muchtar ibn Abu Ubaida Thaqafi im Jahr 66 n.d.H (685 n.Chr.) getötet. Sein Kopf soll von Hunden gefressen worden sein.

Gemälde von Hasan Ruhulamin (2021)

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