Hohenkammer
Schloss Hohenkammer

Aussprache: qal-a hohenkammer
arabisch: قلعة هوهنكامر
persisch: قلعه هوهنکامر
englisch: Hohenkammer Castle

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Das Schloss Hohenkammer ist ein ehemaliges Wasserschloss in Hohenkammer im Landkreis Freising in Oberbayern und beherbergt die wohl ältesten muslimischen Grabsteine, die jemals auf deutschem Boden gekommen sind.

Das Schloss liegt 460 m nordwestlich von der Pfarrkirche St. Johannes Evangelist an der Schloßstraße 18-25 (85411 Hohenkammer).

Die ursprüngliche Burg Hohenkammer gehörte den erstmals im 11. Jahrhundert bezeugten Herren von Camer bzw. Kammer, die sich 1042 in Hohenkammer niederließen. Danach wechselten die Besitzer mehrfach bis es 1970 n.Chr. zu einem Schulungszentrum der Bayerischen Raiffeisen-Zentralbank (später DZ Bank) umgebaut worden ist. Heute gehört das Schloss einer neu gegründete Schloss Hohenkammer GmbH, die im Schloss ein Hotel und Tagungszentrum mit drei Restaurants betreiben. 2007 n.Chr. wurde das Schloss saniert.

Der Eingang zum Schloss erfolgt über eine Brücke, welche über den um die Burg liegenden Wassergraben führt. Unmittelbar nach dem Eingangstor befinden sich auf der rechten Seite zwei in die Mauer eingesetzte Grabsteine mit arabischer Inschrift aus dem 3. Jh. n.d.H. (9. Jh. n.Chr.) und wirken wie Tafeln. Im Jahr 1970 soll Prof. Dr. Julius Assfalg den Inhalt entziffert haben.

Die Herkunft der Tafeln ist unbekannt. Es wird vermutet, dass sie von einem Schlossangehörigen als Andenken aus einer Reise nach Ägypten mitgebracht worden sind.

Auf Tafel 1 steht:

Im Namen Allahs des Gnädigen des Begnadenden. Dies ist was bezeugte (?-Name), Sohn des Abdallah: Er bezeugte, dass es keinen Gott gibt außer Allah, Einzig ist Er und hat keine Teilhaber, und dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist - Allah segne ihn und gebe ihm Heil. Damit hat er gelebt und damit ist er gestorben und damit wird er auferstehen, falls Gott will. Er ist gestorben im Monat Schaban 277 (890 n.Chr.).

Auf Tafel 2 steht:

Im Namen Allahs des Gnädigen des Begnadenden. Allah bezeugt, dass es keinen Gott gibt außer ihm, und auch die Engel und diejenigen, die das Wissen besitzen. Er ist der Gerechte. Es gibt keinen Gott außer ihm. Er ist der Mächtige und Allwissende. Es bezeugte (?-Name), Tochter des (?Name), dass es keinen Gott gibt außer Allah. Einzig ist Er und hat keine Teilhaber, und dass Muhammad sein Diener und Gesandter ist - Allah segne ihn und gebe ihm Heil. Monat Rabi-ul-Awwal 228 (842 n.Chr.).

Die beiden Tafeln dürften zu den ältesten muslimischen Grabsteinen auf deutschem Boden gehören. Tafel 1 ist erheblich stärker verwittert als Tafel 2.

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