Stukenbrock
Sowjetischer Ehrenfriedhof Stukenbrock

Aussprache: maqbarat stukenbroock al-harbiyya al-Suwfitiyya
arabisch: مقبرة ستوكنبروك الحربية السوفيتية
persisch: گورستان جنگی شوروی استوکنبروک
englisch: Soviet War Cemetery Stukenbrock

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Der Sowjetische Ehrenfriedhof Schloß Holte-Stukenbrock, oder kurz Sowjetischer Ehrenfriedhof Stukenbrock, ist eine Kriegsgräberstätte, die an die sowjetischen Soldaten und Zivilisten erinnert, die während des Zweiten Weltkriegs ums Leben kamen.

Das Gelände liegt Jägergrund 95 (33758 Schloß Holte-Stukenbrock) im Kreis Gütersloh in Nordrhein-Westfalen. Während des Krieges gab es in dieser Gegend ein großes Kriegsgefangenenlager, das Stalag 326 (Stammlager VI K (326)). Dieses Lager war von 1941 bis 1945 primär für sowjetische Kriegsgefangene vorgesehen, von denen viele unter extremen Bedingungen lebten und arbeiteten. Es wird geschätzt, dass zehntausende Gefangene in diesem Lager ums Leben kamen, viele aufgrund von Hunger, Krankheiten und schlechter Behandlung.

Der Friedhof dient als letzte Ruhestätte für etwa 65.000 sowjetische Bürger, einschließlich Soldaten und auch zivile Zwangsarbeiter, die während des Krieges in Deutschland waren. Darunter waren auch einige Muslime, wie es an den Namen deutlich wird. Die hier begrabenen Muslime stammen zumeist aus zentralasiatischen Regionen. Einige der im Krieg gefangenen Soldaten kamen aus Gebieten wie Usbekistan und Kasachstan.

Die Anlage umfasst ein zentrales Denkmal, das den Opfern gewidmet ist, sowie mehrere Gedenktafeln und Informationspunkte, die über die Geschichte des Ortes und die Schicksale der Menschen informieren.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges errichteten überlebende Gefangene auf dem Friedhof im Gedenken an ihre umgekommenen Kameraden ein zehn Meter hohes Ehrenmal. An dem Obelisken mit drei großen Sowjetsternen sind Schrifttafeln in russischer, englischer und deutscher Sprache angebracht. Die Spitze bildet ein russisch-orthodoxes Kreuz. Gedenktafeln in drei Sprachen sind über das gesamte Gelände verteilt.

Von 1960 bis 1964 wurde die Gedenkstätte im Auftrag des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen neu gestaltet und erweitert. Aus verstreuten Gräbern in Ostwestfalen wurden 788 sowjetische Kriegstote hierher umgebettet.

Gedenktafeln in russischer, englischer und deutscher Schrift mahnen alle Besucher des Friedhofes: "Sorget Ihr, die ihr noch im Leben steht, dass Frieden bleibt, Frieden zwischen den Menschen, Frieden zwischen den Völkern."

Seit 1996 befindet sich auf einem Teil des ehemaligen Lagergeländes eine Landespolizeischule. Auf dem Gelände ist in dem denkmalgeschützten Arrestgebäude eine Dokumentationsstätte mit einer Dauerausstellung. Ein Förderverein organisiert die Dokumentationsstätte und den Ehrenfriedhof.

Der Sowjetische Ehrenfriedhof Schloß Holte-Stukenbrock ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch der Mahnung, der an die Gräueltaten des Krieges erinnert und die Bedeutung des Friedens und der Verständigung zwischen den Völkern betont.

In unmittelbarer Nachbarschaft liegt der Friedhof St. Achatius Stukenbrock-Senne, wo die ersten verstorbenen Gefangenen begraben worden sind.

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